Geschichte | Wie kamen die ersten Deutschen nach Russland


Trotz der hohen Zahlen russlanddeutscher Aussiedler seit dem Ende der 80er Jahre gibt es immer noch sehr viele Bundesbürger, die nicht wissen, wie diese Menschen, die beteuern, dass sie Deutsche geblieben sind, nach Russland oder nach Kasachstan kamen. Nicht viel anders verhält es sich in dieser Angelegenheit in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Für Bewohner der dortigen Republiken, die keinen direkten Kontakt zu Russlanddeutschen am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft haben, sind diese kein Thema. Bestenfalls sieht man in ihnen eine von 150 nationalen Minderheiten, die sich dem Geist des jeweiligen Staatsvolkes unterzuordnen haben. In Deutschland aber sind sie Fremde, die für gewöhnlich nur dann in die Schlagzeilen kommen, wenn sie negativ aufgefallen sind. Doch wie sind diese Deutschen tatsächlich in die Weiten Russlands gekommen?
Das ist eine sehr lange Geschichte Mit sehr unterschiedlichen Kapiteln und einem tragischen Schlussakt, der am 22. Juni, 1941 mit der Ausweitung des Zweiten Weltkrieges durch Hitler auf das Gebiet der Sowjetunion seinen Anfang nahm. Der Zweite Weltkrieg fügte Russland und Deutschland entsetzliche Wunden zu, der deutschen Minderheit in der Sowjetunion aber, die ohne eigenes Zutun zwischen die Mühlsteine der beiden Mächte geraten war, versetzte sie einen besonders schweren Stoß, von dem sie sich bis heute nicht erholt hat. Die Geschichte der Deutschen in Russland ist aber nicht nur 60 Jahre alt, sondern über 1.000.

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