Geschichte | Das Mainfest der Zarin


Die zweite Einwanderungswelle fand zur Zeit der Herrschaft der geborenen deutschen Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst statt, die von 1762 bis 1796 als Katharina II. (die Große) souverän auf dem Zarenthron regierte. Genauer gesagt gab es unter der Herrschaft Katharinas II. zwei große Einwanderungswellen: der Zug an die Wolga ab 1764 und der Zug der Mennoniten an den Dnjepr ab 1789. Nach ihrem bedeutenden Manifest vom 22. Juli 1763 begann die Masseneinreise jener Deutschen, deren Nachkommen seit 1989 zu Hunderttausenden nach Deutschland zurückkehren. Doch während ihre Vorfahren zuerst als frühe Pioniere an die Wolga oder nach Sankt Petersburg und später in die Ukraine zogen, kommen sie heute als Aussiedler vor allem aus den Vertreibungsgebieten in Sibirien, Kasachstan und Mittelasien.
Katharina II. erkannte die Bedeutung einer gesteuerten Zuwanderung für Russland. Und sie erkannte auch, dass man sowohl „Häuptlinge“ als auch „Indianer“ brauchte, um das große und fruchtbare Land zum Wohle ihrer Untertanen besiedeln und bearbeiten zu können.
Nachdem ein erster Aufruf vom 12. Dezember 1762 nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt hatte, stockte die russlanddeutsche Zarin ihr Angebot an die Kolonisten (wie die Siedler genannt wurden) in einem zweiten Aufruf erheblich auf.

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