Geschichte | Die Jahre vor Katharina II


Bereits in der Kiewer Russ (9./10. Jahrhundert) wagten mutige deutsche Forschungsreisende den Weg nach Russland. Umgekehrt heirateten die Söhne des Kiewer Großfürsten Jaroslaw Mudry (der Weise, 978–1054) deutsche Frauen. In Moskau siedelten sich Deutsche im 12. Jahrhundert an. 1652 entstand in Moskau zum ersten Mal eine so genannte Nemetzkaj Sloboda, eine Ausländer-Vorstadt mit überwiegend deutschen Bewohnern.
In die Regierungszeit Peters des Großen (1682–1725) fällt nach vorherrschender Auffassung die erste Einwanderungswelle aus Deutschland nach Russland. Wie in den vorausgegangenen Jahrhunderten kamen auch jetzt vorwiegend Angehörige gehobener Berufsstände wie Gelehrte, Militärs oder Kaufl eute, aber auch viele Handwerker, die der gelernte Zimmermann auf dem Zarenthron als unabdingbar für die Modernisierung seines Reiches erkannte.
Die ersten Einwanderer ließen sich zum größten Teil in den Städten nieder, wo sie bis ins 20. Jahrhundert hinein zur Elite der Gesellschaft zählten und vielfach ihre Bindungen zum Mutterland Deutschland aufrecht halten konnten. Die russische Oberschicht profi tierte ihrerseits ebenfalls von diesen Kontaktmöglichkeiten.

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